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Suchmaschine Ask.com setzt zur Aufholjagd an

[Von ftd.de, 10:37, 28.02.06] Der Vorstandschef von Interactive Corp. (IAC), Barry Diller, nimmt Anlauf, um mit seiner Internetsuchmaschine Ask.com zu Konkurrenten wie Google, MSN oder AOL aufzuschließen. In den kommenden Tagen wird der Konzern eine große Kampagne starten, um für das neugestaltete Angebot zu werben.

Der Kauf der Suchmaschine vor knapp einem Jahr durch IAC für 1,85 Mrd. $ ist ein wichtiger Baustein in den Bemühungen von Diller, mit Interactive einen breit aufgestellten Internetkonzern zu schaffen. Derzeit gehören zum Konzern so verschiedene Firmen wie das Handelsunternehmen HSN, der Internet-Kreditvermittler Lending Tree oder das Online-Ticketunternehmen Ticketmaster. Mit dem Neustart von Ask Jeeves als Ask.com will Diller stärker als bislang von dem rasch wachsenden Geschäft mit bezahlten Werbelinks profitieren, das zum Beispiel den Börsenwert des Konkurrenten Google innerhalb recht kurzer Zeit vervielfacht hat. Da Marktführer Google bei der klassischen Internetsuche derzeit nicht zu schlagen ist, versucht die Konkurrenz mit der Kombination verschiedener Suchmöglichkeiten gegen den US-Konzern zu punkten. So können Nutzer bei Ask.com in den USA aus 20 Kategorien wählen, darunter eine lokale Suche, eine Produktsuche oder einen Routenplaner. Um das Angebot schnell zu vertiefen, will das Unternehmen zudem Drittanbieter unterstützen, damit diese neue Spezialsuchen entwickeln.

Sorgen um den gefeuerten Butler Jeeves "Was Ask entwickelt hat, sieht ganz ermutigend aus. Sie haben daher eine gute Chance, neue Kunden für sich zu gewinnen", sagte Julian Smith, Analyst des Marktforschungsunternehmens Jupiter Research. Ask werde jedoch damit zu kämpfen haben, dass Internetnutzer ihre einmal getroffene Wahl für eine bevorzugte Suchmaschine nur relativ zögerlich ändern, so der Jupiter-Analyst. Um seine Reichweite möglichst schnell zu steigern, strebt Ask zudem ins Ausland. In Deutschland läuft seit kurzem ein lokaler Ableger der US-Internetseite im Testbetrieb. Dort gibt es bislang vier Rubriken, aus denen Web-Surfer auswählen können. Bis zum offiziellen Start Mitte 2006 sollen es nach Unternehmensangaben mehr werden. Neben Deutschland gibt es Ask außerhalb der USA in Großbritannien, Spanien und Japan. Durch die regionale Ausweitung will Ask in Europa längerfristig zur zweitgrößten Suchmaschine werden. Ob das klappt oder nicht - Sorgen um den gefeuerten Butler Jeeves, der bis zum Neustart das Maskottchen der Webseite war, muss man sich nicht machen. Die Fans von Jeeves entscheiden per Abstimmung im Netz, ob er er seinen Ruhestand zum Beispiel als Besitzer eines Weingutes in der Provence oder als Astronaut genießen kann.

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